DRK Ortsverein Trusetal, Erzstraße 1, 98596 Trusetal/ Laudenbach

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Neuigkeiten

Übung am 12.11.2011 am Trusetaler Rathaus

Eine große Übung der Feuerwehren Trusetal, Brotterode, Schmalkalden & Bad Liebenstein wurde von uns sanitätstechnisch unterstützt. Dargestellt wurde ein Brand im Trusetaler Rathaus. Vermisst wurden 11 Personen die von der Feuerwehr geborgen und von uns, in Unterstützung des DRK -OV Niederschmalkalden, versorgt wurden.

Vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit an alle Mitwirkenden!

 


Der DRK OV Trusetal hat in Gemeinschaft mit der Feuerwehr Trusetal  und Mitgliedern des DRK RUD Teams die Zivilcourage getestet! Einen Bericht gab es bei Stern TV. Mehr auch unter www.stern-tv.de

Hier ein Artikel aus der STZ

"Schnell da runter, dort ist ein Unfall"

Was passiert, wenn mal was passiert? Das DRK hat mit einem gestellten Unfall nahe Brotterode am Mittwoch die Südthüringer getestet und bescheinigt ihnen trotz Schwächen eine tolle Hilfsbereitschaft.

Was nicht passt, wird passend gemacht. Die Kameramänner von "Machwerk-TV" haben schon bei den Vorbereitungen den Dreh raus. "Bringt noch mal die Schere", schreit einer aus dem siebenköpfigen Team. Der Busch wird ein bisschen gestutzt, der Ahorn mit den herbstlichen Zacken in der Krone beiseite gebogen und befestigt. Kein Zweig soll den fünf Kameras die Sicht auf die Unfallstelle an der Schartekurve zwischen Kleinschmalkalden und Brotterode versperren. Dem blauen Polo, der nach einem Unfall ohnehin einen Schlag weg hat, wird noch die Frontscheibe zertrümmert. Im Gras auf der anderen Straßenseite wird das zerschossene Motorrad platziert. Echt soll es aussehen, wie nach einem richtigen Unfall. Oder noch ein bisschen schlimmer.

Hier wird getestet: Wie verhalten sich die Autofahrer an einer Unfallstelle? Wer hilft, wer fährt einfach weiter? Vor ein paar Monaten hatten die Retter diesen Test schon einmal gemacht, damals mit wenig erfreulichen Resultaten, weil nur wenige Autos stoppten, um zu helfen. Jetzt filmt ein Team für Stern-TV die Szenerie.

Derweil gehen zwei der sechs Notfalldarsteller in Position. Frauen und Männer, mit grünlichen leichenblassen Gesichtern. Ein Akteur soll den gestürzten Motorradfahrer, ein anderer eine verunglückte Autofahrerin spielen. Alles nur Schminke, wie auch die roten Bahnen, die der blutige Laie für echtes Blut hält. "Manchmal dauert es eine halbe Stunde, bis Helfer erkannt haben, dass es nur ein Fake ist", sagt Katrin Gehlmann, die Chefin der 45 Darsteller umfassenden Gruppe, die den Verletzten oder notfalls auch den Filmtoten geben. Die Truppe hat alle Requisiten auf Lager, die zu Unfällen gehören. Fahrräder, Autoteile, aber auch Körperteile wie Hände und Füße, Arme und Beine - eine Fundgrube für Anatomen. "Heute nehmen wir nur auswärtige Darsteller. Die Einheimischen sind doch zu bekannt", so die Leiterin.

Gegen 14.40 Uhr hat das Drehteam seine Vorbereitungen abgeschlossen. Polizei, Feuerwehr und Rettungswagen düsen zum Parkplatz auf der rund 500 Meter entfernten Bergkuppe. Der Rest der DRK-Leute und die Film-Menschen ziehen sich in den Wald zurück und tarnen sich, fast wie die Soldaten bei einer Gefechtsübung. "Eure Region hat viele Ersthelfer, sehr viel mehr als andere in Thüringen. Es gibt eine Reihe von aktiven Ortsverbänden, DRK, Bergwacht und natürlich die Feuerwehren", sagt Olaf Braun vom DRK-Landesverband. "Wollen wir schauen, wie sich das auswirkt."

Die Gruppe hat gerade 30 Sekunden ihr Waldversteck bezogen, da braust der erste Wagen heran, bremst und hält. Ein zweites Fahrzeug kommt, stoppt ebenfalls. "Das läuft wie am Schnürchen. Die haben schon den Notruf abgesetzt", staunt DRK-Mann Sebastian Schneider, der auch den Kontakt zum Fernsehen geknüpft hatte. Auch ein Bus fährt rechts ran, auf der Gegenfahrbahn ein Lkw. Sieben Minuten später ist der Rettungswagen mit lautem Tatütata von seinem nahen Standplatz da. Die Szene wird aufgelöst, die "Schwerverletzten" erheben sich. "Es ist doch selbstverständlich, das man hilft. Aber ich bin froh, dass es nur eine Übung war", sagt Nico Hollenbach aus Brotterode, der der Erste am "Unfallort" war. Dem jungen Mann ist ein bisschen die Farbe aus dem Gesicht gewichen, die Journalisten löchern ihn mit Fragen. Fünf Minuten später kann er weiter - wie geplant zu einem Besuch ins Krankenhaus.

Innerhalb weniger Minuten ist die Stelle geräumt und die Verletzten liegen da, wo sie liegen sollen.

"Das gibt es doch nicht", staunt Schneider, der angesichts quietschender Reifen hinter seinem Baum hervorlugt. Schon zum zweiten Mal hält gleich der erste Wagen am Unfallort. Zwei Männer - Dieter und Michael Lesser - checken ohne ein Anzeichen von Hektik oder Panik die Lage und setzen den Notruf ab. Ein dritter Mann gesellt sich hinzu: Heiko Bonß aus Schmalkalden, der sich sofort um den verunglückten Motorradfahrer kümmert. Dass der so abgeklärt wirkende Schmalkalder so professionell handelt, hängt freilich auch mit Nebentätigkeit und Hobby zusammen. Er ist Feuerwehrmann und somit Ersthelfer und zudem selbst Motorradfahrer. "Da weiß man doch, was zu tun ist", erklärt er den Leuten vom Fernsehen.

Bei Szene drei scheint es so, als erhielten sensationslüsterne Unfallbeobachter doch noch ein Trostpflaster. Das fast makellose Antlitz der hilfsbereiten Thüringer kriegt ein paar Schrammen: Einige Autofahrer hauen ab.

Doch dann sorgen zwei Frauen für die wohl spektakulärste Szene. Gerlinde Sube springt aus ihrem Wagen rennt zum Unfallfahrzeug. "Polizei rufen", verständigen sich die beiden Helferinnen, derweil andere Fahrzeuge die Stelle passieren. Dann bemerken sie den zehn Meter entfernt liegenden Kradfahrer. Lehrerin Sube hastet zum Auto zurück und holt den Sanikasten. Im Verbund bewähren sich die beiden Frauen. Die eine bandagiert den an der Hand verletzten Motorradfahrer, die andere holt Hilfe.

"Ganz große Klasse", lobt DRK-Mann Braun die Helferinnen. Und der Motorradfahrer ist auf einmal, gedrückt von seiner überglücklichen Ersthelferin Sube, besonders vital. "Wir hatten einen Motorradunfall in der Familie. Gut, dass es nur eine Übung war, gut dass bei uns so viele Leute auch anhalten und helfen", sagt die ob ihres Einsatzes völlig geschlauchte Brotteroderin, die letztlich heilfroh ist.

Doch Braun legt später den Finger in die Wunde. Die Helfer bei den drei Szenen haben zwar vieles richtig gemacht, aber eben nicht alles. Nicht immer wurde dem Motorradfahrer auch der Helm abgenommen, niemals wurde die Unfallstelle wie gefordert gesichert, lauten zwei Punkte aus seiner Manöverkritik. Allerdings lag die Unfallstelle auch neben der Fahrbahn

Und - es machten sich auch einige Autofahrer davon - wohl, um sich keine Unannehmlichkeiten aufzuhalsen. Sie habe erkannt, dass alles nur eine Übung sei, erklärt eine Autofahrerin auf der Bergkuppe, wo Polizeibeamter Jörg Schönstein die Vorbeifahrenden von der Straße winkt. Für einen Lkw-Fahrer galt eine Art Fristenlösung als Freifahrtsschein: Die Liefertreue. Eine Frau hatte ein behindertes Kind im Auto und wusste nicht, wie sie sich verhalten sollte.

Doch für die lustigste Szene sorgte eine Kleinschmalkalderin in dem Moment, als Stern-TV die Kamera ausgeschaltet hatte. "Fahren Sie schnell da runter, dort ist ein Unfall", rief die Frau dem Polizisten zu, der erwiderte: "Danke, aber das ist eine Übung." Doch die Frau schwor Stock und Bein. "Das ist keine Übung, sondern ein Unfall." "Und so was geht uns durch die Lappen", grummelte die TV-Crew

Der Trusetaler Schneider zog ein sehr gutes Fazit. "Das war toll! Beim letzten Test haben viel weniger Autos angehalten."

Von Thomas Heigl